Gartenoase 2018

Akila Tekel (links) und seine Ehefrau Abeba Tesfayaber (rechts) waren mit ihren Kindern Loza und Eldanan zur Garteneröffnung gekommen und packten mit an. Mit dabei waren auch Christiane Zinoni-Peschel (Dritte von links), Erna Rank-Kern und Andrea Schiele-Eberlein (Hinten, 5. und 4. von rechts) und Nora Treiber-Dengler.   

Foto: Helke Renner  ------------------------------------------------------------------------

COBURGER TAGEBLATT, Montag, 28. MAI 2018

 

Wohlfühlort im Grünen

 

MIGRATIONSPROJEKT   -  Im vergangenen Jahr ins Leben gerufen, startete nach der Winterpause jetzt die neue Saison im "Garten für Flüchtlingsfrauen".

VON DER TAGEBLATT MITARBEITERIN HELKE RENNER

 

Coburg - Abeba Tesfayaber hat ihren Mann Akilu Tekel mitgebracht. Er gräbt um, sie zupft
Unkraut. Die beiden Kinder, Loza und Eldanan, spielen derweil auf der Wiese. Nein, selbst etwas anbauen möchten sie nicht, aber helfen wollen sie sehr gern, sagt Akilu Tekel und seine Frau nickt zustimmend. Die Familie aus Eritrea ist zur Eröffnung der neuen Saison am Freitagnachmittag in den "Garten für Flüchtlingsfrauen" in der Anlage des Schrebergartenvereins Coburg- Nord gekommen. 

Im vergangenen Jahr war dort diese kleine Oase auf einer freigewordenen Parzelle mit einer
Fläche von etwa 200 Quadratmetern eingerichtet worden. Die Idee dazu hatten die Mitglieder des Arbeitskreises "Keine sexuelle Gewalt gegen Frauen, Jugendliche und Kinder". 

"Es sollte eine Willkommensgeste für die Frauen sein", erzählt Erna Rank-Kern vom Arbeitskreis, "Wir haben ihnen ein Stückehen Erde zur Verfügung gestellt, wo man sich verwurzeln kann“. Bereits im vergangenen Jahr haben einige geflüchtete Frauen diese Chance genutzt. Spenden in Form von Pflanzen, Mobiliar und Werkzeugen machten es möglich. Demnächst sollen noch ein Sandkasten und Spielgeräte für die Kinder aufgebaut werden. 

Unterstützung für das Projekt gibt es von verschiedenen Seiten, zum Beispiel von der Spar­kasse Coburg-Lichtenfels. Der Coburger Serviceclub Soroptimist International stellte Geld zur Verfügung, damit die Ablösesumme für den Garten gezahlt werden konnte. Zur Saisoneröffnung ist Vizepräsidentin Andrea Schiele- Eberlein gekommen und hat einen Himbeerstrauch mitgebracht. 
Auch Christiane Zinoni-Peschel, die beim Grünflächenamt für die Freiflächengestaltung zuständig ist, packt mit an. "Wir haben den Garten gepachtet und, wo es notwendig war, Dinge repariert und in Ordnung gebracht", erläutert sie. Nach der Winterpause geht es nun wieder richtig los im "Garten für die Flüchtlingsfrauen". Neben der Familie aus Eritrea sind dazu Frauen vom Arbeitskreis, aber auch andere Ehrenamtliche gekommen. Denn darum geht es unter anderem: Kontakte zu knüpfen, sich kennenzulernen und einen Ort zu schaffen, an den man sich auch einmal zurückziehen kann. Diese Möglichkeit wollen Abeba Tesfayaber,  Akilu Tekel und ihre beiden Mädchen gern nutzen.
 
Wer sich beteiligen möchte, kann sich bei Marianne Morchel vom Arbeitskreis "Keine sexuelle Gewalt" unter m.morchel@gmx.de melden.

 

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Mitteilung vom ARBEITSKREIS

Rückzugsmöglichkeit: Gartenoase öffnet auch 2018 wieder

 

Als "Garten für Flüchtlingsfrauen" wurde dieser Garten im vergangenen Jahr  bereits der Öffentlichkeit übergeben. Nach der Winterpause haben nun die Mitglieder des Arbeits- kreises "Keine sexuelle Gewalt" den Garten wieder herausgeputzt. Nun wird er allen interessierten Frauen als Rückzugsort zur Verfügung gestellt.

 

Der Garten soll der Vernetzung und dem Austausch dienen und Frauen helfen, hier in Coburg Wurzeln zu schlagen. Die Arbeit im Garten mit den Händen und allen Sinnen wird unterstützt von vielen Beteiligten: An erster Stelle steht hier der Arbeitskreis "Keine sexuelle Gewalt" und des Weiteren das Grünflächenamt Coburg und viele Helferinnen, unter anderem auch von der Hochschule Coburg.

 

Die Eröffnung findet am Freitag, 25. Mai, um 15 Uhr in der Schrebergartenanlage Spittelleite in Coburg statt. Zur Eröffnung sind interessierte Frauen eingeladen, die hier gerne mitwirken möchten.

 

Für Fragen und Information steht der Arbeitskreis "Keine sexuelle Gewalt" mit Marianne Morchel unter m.morchel@gmx.de gerne zur Verfügung.

 

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COURGER TAGEBLATT - MITTWOCH, 19. JULI 2017

 

Gärtnern als Integrationshilfe

 

MIGRATIONSPROJEKT Eine "Oase der Sinne" für Flüchtlingsfrauen entstand in der Schrebergartenanlage Rodacher Straße/Spittelleite. Möglich wurde das durch eine Kooperation von Coburger Vereinen, Institutionen und Ämtern. 

 

VON DER CT- MITARBEITERIN HELKE RENNER

 

Coburg - Rema Alsaad aus Syrien braucht etwa eine halbe Stunde, um von Scheuerfeld zur Spittelleite zu kommen. Das macht ihr nichts aus, denn dort wartet in der Anlage des Schrebergartenvereins Coburg-Nord eine „Oase für die Sinne", in der sie mit ihren drei Kindern in Ruhe ein bisschen Natur genießen und selbst etwas anbauen und ernten kann. Vier weitere Frauen, drei Syrerinnen und eine Somalierin, tun es ihr gleich. "Was sie hier tun wollen, überlassen wir ihnen selbst sie sollen hier ankommen und Wurzeln schlagen - auch durch den Kontakt zu den Nachbarn“, erzählt Wiebke Retter, Studentin der Internationalen sozialen Arbeit an der Hochschule Coburg.

 

Sie gehört zu den Frauen, die das -dritte Migrationsprojekt "Zusammenleben - so gelingt

ein gutes Miteinander - eine „Oase der Sinne" gestalten. Die Initiative ging vom "Arbeitskreis keine sexuelle Gewalt gegen Frauen, Jugendliche und Kinder" aus, der im April 2017 sein 25-jähriges Bestehen feierte. Die Idee: Gärtnern als Integrationshilfe für Flüchtlingsfrauen.

 

Noch im Winter haben wir einen Garten gesucht und sind in der Spittelleite fündig geworden"  erzählt Marianne Morchel vom Organisationsteam des „Arbeitskreises – keine sexuelle Gewalt. Unterstützung für Frauen, Jugendliche und Kinder“. Hilfe kam von der damaligen Vorsitzenden des Schrebergartenvereins, Kerstin Florschürz, und dem heutigen Vorsitzenden, Werner Krawitz.

 

Schließlich fand sich eine Parzelle von etwa 200 Quadratmetern, deren Pächter ausgewandert ist.  Um die Kosten der Ablöse für den Garten, die darin stehende Hütte und die Gartengeräte bestreiten zu können, war Hilfe notwendig. Die kam schnell und unbürokratisch vom Coburger Serviceclub Soroptimist International, der eine beachtliche Summe zur Verfügung stellte. Damit konnten der Ankauf und notwendige Instandsetzungsmaßnahmen finanziert werden. "Auch die Sparkasse Coburg­Lichtenfels hat das Projekt unterstützt", berichtet Morchel.

 

Das Grünflächenamt der Stadt übernahm den Pachtvertrag und alle damit verbundenen Verpflichtungen. Darum kümmert sich vor allem Christiane Zinoni-Peschel, die beim Amt für die Freiraumgestaltung zuständig ist.

 

"Nun hatten wir einen Garten, aber noch keine Frauen, die ihn beackern"  sagt Marianne Morchel weiter. An dieser Stelle sind dann Almut Hager von der Koordinationsstelle für. Menschen mit Migrationshintergrund, Ute Wallentin und Tabe Illge vom Caritasverband Coburg ins Spiel gekommen. Sie haben interessierte Flüchtlingsfrauen vermittelt. Durch den Kontakt mit Claudia Lohrenscheit, Professorin an der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule Coburg, kam es zur Zusammenarbeit mit Studierenden. Es entstand eine Projektgruppe, die den Garten und die dort arbeitenden Frauen über zwei Semester betreut.

 

Erste Pflanzen und Sämereien steuerten zwei Coburger Gärtnereien und zwei Baumärkte bei. Inzwischen wächst schon allerlei: Erdbeeren, Zucchini, Erbsen, Möhren und vieles mehr. "Es hat sich - viel getan in den vergangenen Wochen", lobt Susanne Müller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Das sei vor allem auch  Marianne Morchel zu verdanken, die bis dato mit Garten nichts am Hut gehabt habe, sich jetzt aber richtig ins Zeug lege. Und Dritter  Bürgermeister Thomas Nowak (SPD) hebt die "große Integrationsleistung" des Schrebergartenvereins Coburg-Nord hervor, "Hier haben viele Migranten eine Heimat gefunden."

 

Darum geht es auch den Initiatorinnen des Projekts. Flüchtlingsfrauen, die durch Krieg, Folter und Flucht traumatisiert sind, sollen durch das kreative Tun im Garten wieder etwas stabiler und selbstbewusster werden. Wiebke Retter formuliert es so: Sie sollen hier ankommen und Wurzeln schlagen auch durch den Kontakt zu den Nachbarn. Die Frauen werden darin regelmäßig unterstützt, in Zukunft sollen auch Veranstaltungen für Familien stattfinden. Wichtig ist uns dabei, dass ein modernes Rollenverständnis von Frau und Mann in den Familien vermittelt wird, das gleichberechtigtes Handeln und Arbeiten im Garten zeigt, ergänzt Marianne Morchel.

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Projekt für Frauen – „Eine Oase für die Seele“
Gärtnern als tatkräftige Integrationshilfe

 
 

Arbeitsgrupe

ZUSAMMENLEBEN

 

 

Name des Trägers:

 

Eine Kooperation des Arbeitskreises "Keine Gewalt gegen Frauen, Jugendliche und Kinder" mit dem Grünflächenamt Stadt Coburg, dem Sozialamt (Fr. Hagner), dem Kleingärtnerverband Coburg  und der Hochschule Coburg, Frau Prof. Dr. Claudia Lohrenscheit.

 

Ansprechpartner/in:
Marianne Morchel, Cortendorfer Str. 51, 96450 Coburg

 

Ideen/ Vorüberlegungen:

 

Der Garten zur Integration von Migrantinnen und Migranten

 

Mit dem geplanten Gartenprojekt haben Flüchtlinge die Möglichkeit Gestalterinnen ihres neuen Lebensumfeldes zu werden. Gärten sind Orte der Begegnung und des Lernens in einer neuen Lebenswelt für die Flüchtlinge. Sie sollen einen Platz haben und ihren Platz in der neuen Lebenswirklichkeit, in dem sie in der neuen Heimat Wurzeln schlagen können. Dies geschieht lebensnah durch die Arbeit mit den Händen in der Natur: Menschen erleben sich wieder selbstwirksam, machen die Erfahrung, dass mit ihren Händen etwas Neues entsteht, erleben, dass mit den Blumen, die sie zum Wachsen bringen, sie selbst wachsen.

 

Ein Garten ist ein Ort, der viel zur Vernetzung von Mitmenschen beitragen kann. Hier arbeiten Menschen zusammen, lernen sich kennen und verstehen - über alle Grenzen der unterschiedlichen Herkunft hinweg.

 

Der Garten zum Ankommen und Dazugehören

 

Flüchtlinge sollen durch die Arbeit im Garten wortwörtlich Wurzeln schlagen, ankommen und wachsen. Dabei werden die Fähigkeiten der Flüchtlinge aus der alten Heimat in die neue Heimat gebracht und es können emotionale Brücken zwischen den zwei Teilen, die zu den Flüchtlingen gehören, gebaut werden (Herkunft, Prägung, neue Heimat). Über die Gartengrenzen hinweg wird der Kontakt zwischen Migrant/Innen und Einheimischen gefördert; es findet sprachlicher Austausch statt, wobei die Sprachkenntnisse der Neubürger/innen verbessert werden kann.

 

Ein Garten ist ein Ort der Erdung. Entwurzelte Menschen bekommen wieder Boden-unter-den- Füssen. Die Menschen machen die Erfahrung, dass sie produktiv sein können und einen Platz in der Gemeinschaft einnehmen können.

 

Gesellschaftliche Zugehörigkeit für Flüchtlinge: Sie können oft keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, da sie entweder keine Arbeitsbewilligung erhalten oder von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Die Arbeit im Garten lässt sie Selbstwirksamkeit erleben, eine Tagesstruktur, ein Gefühl der Sinnhaftigkeit und soziale Eingebundenheit.

 

Der  Garten zur Verarbeitung

 

Flüchtlinge sind oft durch Kriegs-, Folter-, Flucht- und andere Erfahrungen traumatisierte Menschen. In der Folge leiden viele an psychischen oder psychosomatischen Problemen. Ein Garten kann ebenfalls einen Beitrag zur therapeutischen Traumaverarbeitung leisten: Im Garten sehe und spüre ich Wachsen mit allen Sinnen; im Bezug zur Natur bauen sie an ihrem inneren Wachstum, entwickeln ein Gefühl der Selbstwirksamkeit (aktiv sein, etwas bewirken können, etwas ernten zu können), dies stärkt das Selbstwertgefühl und das Gefühl der Zugehörigkeit. Sinnhaftigkeit und Selbstwirksamkeit sind die psychischen Grundlagen, um von der Opferperspektive in die Akteurperspektive zu gelangen: sie kommen von der passiven Situation in eine aktive Haltung. Was man im Garten tut, ist nützlich; man glaubt wieder und hat die Hoffnung, dass man selbst etwas bewirken kann (was ich in meinen Händen ernten und nach Hause tragen kann). Man beginnt Verantwortung zu übernehmen, auch soziale Verantwortung für das Miteinander im Garten.

 

Der Garten zur Heilung

 

Der Garten als Heilgarten - als Ort der Heilung und Heilwerdung: " Durch die naturnahe Arbeit im Garten werden der Jahresrhythmus und die Stabilität von Naturgesetzen an der eigenen Tätigkeit erlebt. Diese vorgegebene Struktur kann entwurzelten/ traumatisierten Menschen einen Halt geben. Ihre innere Struktur, die durch die existentiellen Erfahrungen von Flucht, Leid, Krieg zerstört wurde, kann gestärkt und stabilisiert werden. Es wächst ein neues Zugehörigkeitsgefühl in der neuen Heimat. Die Arbeit mit etwas Existentiellem, der Natur, sowie die Fähigkeit, selbst wieder etwas zu erschaffen, ermöglicht bei den Menschen einen heilenden Perspektivenwechsel. ( www.bzfo.de)"

 

Der Garten zum Gestalten

 

Die Zeit im Garten kann unterschiedlich gestaltet werden: je nach Jahreszeit sind Säen und Pflanzen im Vordergrund und die Pflege der Pflanzen, dann ist der Garten ein Ort der Ruhe und Erholung und des Rückzugs um  Energie tanken und zu entspannen, und sich am Wachsen und Blühen zu erfreuen (alle Sinne werden angesprochen), dann ist der Garten ein Ort der Begegnung/ Zusammenkunft zum gemeinsamen Gespräch, gemeinsamen Spiel, gemeinsamen Genuss.

 

Finanzierung und Durchführung:

 

Der Garten soll durch Sponsoren finanziert werden. Benötigt werden neben der jährlichen Pacht, Materialien, Gartenerde, Ausstattung, auch Betreuungskräfte aus dem psychosozialen Bereich, Gartenpaten aus dem Verband der Kleingärtner und ehrenamtlich Engagierte.

 

Der Verband der Kleingärtner, vertreten durch Frau Kerstin Florschütz, Vorsitzende, ist bei der Grundstücksbeschaffung mit eingebunden. Der Garten befindet sich in der Anlage Coburg-Nord, Spittelleite, Gartennummer 162.

 

Als Einstieg soll der Garten einer Gruppe von 5 – 7 Frauen zur Verfügung stehen. Neben der regelmäßigen Bewirtschaftung, die von verschiedenen Betreuungskräften mit unterstützt wird, sollen im Weiteren auch Veranstaltungen für die Familien stattfinden. Wichtig ist uns dabei, dass ein modernes Rollenverständnis von Frau und Mann in den Familien vermittelt wird, das gleichberechtigtes Handeln und Arbeiten im Garten zeigt.

 

 

Spendenkonto ARBEITSKREIS: 

Sparkasse Coburg- Lichtenfels 

IBAN:

DE50 7835000000 92015114

BIC: BYLADEM1COB        

AK Produktkonto 0111260.3797120

Betreff:  .....

 

 

Spendenkonto:

Kinderschutzbund Coburg e.V.

Sparkasse Coburg- Lichtenfels

IBAN: DE41 783500000 00017566

BIC: BYLADEM1COB

AK Verwendung:

"Die Katzen und Mrs. Murr"

 

 

 

AK ist mit seinem Projekt "270 Sek Grundrechteflimmern" für den DEUTSCHEN ENGAGEMENTPREIS 2018 nominiert!!!!!

Bayerischer Innovationspreis Ehrenamt 2018

verliehen vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Intergration

 

 Der AK erhielt im Jahr 2017 den Preis der