Samstag, 08. Juni 2013

Infostand am Marktplatz Coburger

 

Elisabeth Niestroj, Coburger Tageblatt, schrieb u.a.:

 

Bäckertüten AKTION

 

Mit Bäckertüten gegen häusliche Gewalt

 

Coburg - 500 Brötchen in ungewöhnlichen Tüten. Die Aufschrift „Gewalt kommt mir nicht in Tüte“ machten deutlich, worum es geht. Der Arbeitskreis „Keine sexuelle Gewalt - Unterstützung für Frauen, Jugendliche und Kinder“ hatte einen Informationstand aufgebaut und verteilt die Tüten an Passanten. Die Bäckerei Reißenweber hatte die Brötchen spendiert. Die Akteurinnen führten Gespräche, klärten über häusliche Gewalt auf, verteilten Informationsmaterial und wiesen auf den Runden Tisch häusliche Gewalt hin, den es seit Oktober in Coburg gibt. „Insgesamt wurden 120000 bedruckte Tüten gerade in allen Filialen verteilt“, sagte Renate Reißenweber, die sofort bereit war, die Akteur-innen zu unterstützen.

 

Die Bäckertüten und die Informationen wurden von den Coburgern gut angenommen: „Bei vielen löst das Thema Betroffenheit und Unsicherheit aus“, erläuterte Susanne Müller, Gleichstellungsbe-auftragte der Stadt. „Es kamen auch Nachfragen, wie man das Thema am besten ansprechen könnte.“ Andere Passanten waren erstaunt, dass es häusliche Gewalt auch in Coburg gibt. Dagmar Glaubitz vom Kinderschutzbund kam ins Gespräch mit einem jungen Mann, der ihr interessiert zuhörte.  Denn auch Kinder sind betroffen, wenn die Erwachsenen schlecht miteinander umgehen. „Wenn Ihnen so etwas auffällt, könnten Sie eine Person sein, die das Kind unterstützt", sagte Dagmar Glaubitz und händigte ihrem Gesprächspartner zu der Tüte ein Notfallkärtchen aus. „Ich finde die Aktion gut, denn die Tüte kommt bei jeder Familie auf den Tisch“, antwortete er.

Auf die Bäckertüten folgen demnächst die Kitteltaschen: Der Runde Tisch plant, als nächstes mit Ärztinnen und Ärzten über das Erkennen und Handeln bei Folgen häuslicher Gewalt zu sprechen.

 

Von häuslicher Gewalt Betroffene können sich an die Polizei unter Telefon 09561-645480 oder das Frauenhaus unter 09561-861796 wenden.

 

Ein Zeichen setzen gegen häusliche Gewalt: Susanne Müller vom "Arbeitskreis Keine sexuelle Gewalt. Unterstützung für Frauen, Jugendliche und Kinder" (links) überreicht Informationsmaterial und eine bedruckte "Reißenweber-Bäckertüte" an eine Passantin.

Foto: Elisabeth Niestroj

 

 

Neue Presse, Wolfgang Desombre, berichtete:

120 000 Aufrufe gegen häusliche Gewalt

Mit Einkaufstüten macht der Arbeitskreis „Keine sexuelle Gewalt“ auf Übergriffe aufmerksam. Jede vierte Frau ist davon betroffen.

 

 Coburg - Der Arbeitskreis „Keine sexuelle Gewalt" hat mit der „Bäckertütenaktion“ am Samstag auf häusliche Gewalt aufmerksam gemacht. Die Bäckerei Reißenweber wird in ihren Filialen rund 120 000 Papiertüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte" verwenden.

 

„Häusliche Gewalt ist kein Schicksal, macht krank und fängt oft mit Worten an." Das Thema Gewalt dürfe nicht ignoriert werden, sagte die Kripobeamtin a.D., Marianne Morchel, am Samstagvormittag in der Coburger-Fußgängerzone.  „Wir wollen mit dieser Aktion gezielt auf das Thema aufmerksam machen", so Morchel.  Nachbarn bräuchten nur genau hinsehen, merkte Morchel aus ihrer langjährigen Berufs-erfahrung an. Mit Ausnahme des Polizeipräsidiums Oberpfalz sind die Fallzahlen für „häusliche Gewalt“ bei allen bayerischen Polizeipräsidien im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. In Oberfranken sind im vergangenen Jahr 20 Fälle oder 1,2 Prozent mehr registriert worden.

 

Oft würden es Nachbarn nicht merken, wenn nebenan Gewalt in der Ehe vorkomme und mit diesen Einkaufstüten sollen sie sensibilisiert werden, unterstrich Renate Reißenweber. Mit dieser Aktion, so Susanne Müller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Coburg, soll das Thema wieder ins Gespräch kommen und der Arbeitskreis wolle neue Gruppen ansprechen. Es könne nicht schaden, dies auf verschiedenen Wegen zu tun, etwa mit Theaterstücken in Schulen, mit Notfallkärtchen oder jetzt mit den Tüten, sagte Müller. Demnächst soll auch Ärzten ein Leitfaden an die Hand gegeben werden, kündigte die Gleichstellungsbeauftragte an.

 

Mit dem Runden Tisch gegen häusliche Gewalt sei in Coburg eine Arbeitsgruppe entstanden, die sich professionell mit dem Thema beschäftigt. „Wichtig ist, in bedrohlichen Situationen Rat und Hilfe zu finden - tun Sie einen ersten Schritt wir unterstützen Sie", machte Susanne Müller allen Betroffenen Mut, egal ob Frau oder Mann.

 

Neben den polizeilichen, strafrechtlichen und zivilrechtlichen  Möglichkeiten des Schutzes bringt der Arbeitskreis „Keine sexuelle Gewalt. Unterstützung für Frauen, Kinder und Jugendliche“ eben diese aus einer Grauzone in die Öffentlichkeit. Jede vierte Frau  in Deutschland ist von körperlicher  oder sexueller Gewalt in unterschiedlicher Intensität durch ihren aktuellen oder früheren Partner betroffen. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Untersuchung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

Kinder gefährdet. In mindestens jedem zweiten Fall erleben Kinder die Gewalt an ihrer Mutter mit. Dieses Miterleben hat immer Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern und bedeutet eine Gefährdung des Kindeswohls. Bei schweren Gewalthandlungen oder bei sehr kleinen Kindern kann es auch zu traumatischen Schädigungen kommen. Schnelle Hilfe ist daher nötig, so die Sprecherinnen des Coburger Arbeitskreises.

 

Im Bild von rechts: Renate Reißenweber (Bäckerei Reißenwebe), Susanne Müller (Gleichstellungsbeauftragte bei der Stadt Coburg), Stadträtin Adelheid Frankenberger, eine interessierte Passantin mit ihrer Enkeltochter, Marianne Morchel, Erna Rank-Kern (Familienberatung Diakonie Coburg). 

Foto: Wolfgang Desombre

 

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Kinderschutzbund Coburg e.V.

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AK Verwendung:

"Die Katzen und Mrs. Murr"

 

Bayerischer Innovationspreis Ehrenamt 2018

verliehen vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Intergration

 

 

 

 

 

 

 

 

Der AK erhielt im Jahr 2017 den Preis der